Datum: 30.05.2011
Alarmzeit: 04:11 Uhr
Einsatzort: Bockau, Jägerhausstraße
DME-Meldung: BR2 - Schuppenbrand neben Wohnhaus
Fahrzeuge Fw Bockau: LF 16/12, VLF, VRW, MTW
weitere Kräfte: FRF Bockau,
TSF-W Albernau,
MTW Albernau,
TLF 24/50 Zschorlau,
LF 16/12 Zschorlau,
Polizei

Nur durch Glück entging Daniela Laukner aus Bockau einem Brandanschlag - Nun setzt sie 1000 Euro Belohnung aus
Bockau. Das kleine Haus steht am Rand von Bockau, ganz oben auf dem Berg, wo der Ort aufhört und die Straße durch den Wald nach Jägerhaus führt. Nachts ist es hier stockfinster.
Das nutzte der Täter aus, als er sich in der Nacht zum 30. Mai auf Daniela Laukners Grundstück schlich, Feuer im Geräteschuppen legte und verschwand.
Der Schuppen, in dem die Gartengeräte der 35-Jährigen und ihr Moped lagerten, brannte aus. Das Wohnhaus steht nur ein paar Meter daneben. Die Hitze des Feuers brachte das Isoliermaterial unterm
Putz zum Schmelzen, leckte an der Dachrinne und zerstörte den Satellitenempfänger. Schaden, alles in allem: 10.000 Euro. Hätte der Wind in jener Nacht in Richtung Haus geblasen, wäre vermutlich
auch das Wohngebäude in Flammen aufgegangen.
Angst unterm eigenen Dach
"Ich fühle mich unter meinem eigenen Dach nicht mehr sicher", sagt Daniela Laukner. Am 5. Mai hatte eine Stahlschlinge vor dem Haus ihrer Eltern gelegen - wie eine Drohung. Das Elternhaus steht
am anderen Ende von Bockau, aber Daniela Laukners 14-jährige Tochter lebt dort. "Auch um sie habe ich Angst", sagt die junge Frau. Ihr Haus hat sie mit einer Überwachungskamera geschützt, doch
die nutzte in der Brandnacht nichts. In der Zeit des Feuers zeigt das aufgenommene Video nur Bildrauschen. Eine Fehlfunktion? Daniela Laukner hält es für wahrscheinlicher, dass der Täter ein Tuch
vor die Linse gehängt hat. Vermutlich hätten die Aufnahmen aber ohnehin nichts genutzt. Die Kamera war auf die Haustür gerichtet, nicht auf den Schuppen. Wusste der Brandstifter darüber
bescheid?
Eine heiße Spur habe man bisher nicht gefunden, erklärt Oliver Wurdak, Sprecher der Polizeidirektion Südwestsachsen. Die kriminaltechnischen Untersuchungen seien aber noch nicht abgeschlossen.
"Die Gegend dort ist sehr einsam, das war günstig für den Täter", sagt Wurdak. "Andererseits kann uns jede kleine Beobachtung weiterhelfen. Etwa ein Auto, das dort vorbeigefahren ist." Der
wahrscheinliche Tatzeitraum lag zwischen 3 und 4 Uhr.
Erster Anschlag bereits 2009
Daniela Laukner glaubt, den Täter zu kennen. "Ich bin sicher, es war mein Ex-Freund", sagt sie. "Er will sich rächen, weil ich nichts mehr von ihm wissen will. Als er erfuhr, dass ich einen neuen
Freund habe, hat er den Schuppen angezündet."
Vor zwei Jahren wurde ihr früherer Lebensgefährte wegen vorsätzlicher Körperverletzung verurteilt. Er hatte die junge Frau mehrfach gewürgt und sie wiederholt bedroht. Heute streitet er das alles
ab: "Ich habe damals nichts gemacht. Mein Fehler war es, nach dem Prozess nicht in Berufung zu gehen." Auch mit dem Brand habe er nichts zu tun, versichert er. "Für mich ist das Thema durch. Ich
will nichts mehr von ihr." Die zwei Jahre Bewährung, die er für die Angriffe auf seine Freundin bekam, endeten am Donnerstag.
Bereits im September 2009 hatte jemand versucht, Daniela Laukners Haus anzuzünden. Es war die Nacht vor ihrem Geburtstag. Die junge Frau bemerkte es und konnte das Feuer löschen. Damals wurde
gegen ihren Ex-Freund ermittelt, das Verfahren jedoch eingestellt. Keine Spur vom Täter. Dass der Mann auch diesmal zum Kreis der Verdächtigen zählt, will die Polizei nicht bestätigen. "Wir
ermitteln in alle Richtungen", sagt Polizeisprecher Wurdak.
Daniela Laukner dauert das zu lange. Sie hat 1000 Euro Belohnung ausgesetzt. Das Geld soll derjenige bekommen, dessen Informationen zur Verurteilung des Brandstifters vom 30. Mai führen. "Ich
will nicht, dass er weitermacht, bis er mein Haus abgefackelt hat", sagt sie.
Hinweise an die Polizei: 03771 120
Quelle: Freie Presse, erschienen am 10.06.2011 (Von Mario Ulbrich)

Der Brandanschlag auf ihr Grundstück wird Daniela Laukner 10.000 Euro kosten
Bockau. Theoretisch könnte man sagen, dass die Normalität in das kleine Haus am Waldrand zwischen Bockau und Jägerhaus zurückgekehrt ist. Der verbrannte Schuppen ist weggeräumt,
Handwerker reparieren die Schäden, die das Feuer vor zwei Monaten auch am Wohngebäude hinterlassen hat. Rund 10.000 Euro hat der Brand Daniela Laukner gekostet. Vieles zahlt ihre Versicherung,
manches nicht. Normalität?
Nicht für die 35-Jährige, die sich nur noch selten in ihr Haus traut. "Meistens übernachte ich auswärts bei meinem Freund", sagt sie. Die junge Frau arbeitet als Krankenschwester im Nachtdienst.
Wenn sie geht und kommt, ist es einsam auf den Straßen: "Ich habe Angst, dass mir der Täter auflauert."
Damals, Ende Mai, schlich er sich nachts auf ihr Grundstück und zündete den Geräteschuppen neben dem Wohnhaus an. Nur eine Mauer trennte Daniela Laukner von den Flammen, deren Hitze die
Isolierung in der Hauswand zum Schmelzen brachte. Es war nicht der erste Anschlag dieser Art. Im September 2009 hatte bereits einmal jemand versucht, ihr Haus anzuzünden. Und drei Wochen vor dem
Schuppenbrand lag eine Stahlschlinge vor dem Haus ihrer Eltern. Daniela Laukner sieht darin eine Drohung.
Die Polizei konnte ihr nicht helfen. Die Beamten stellten zwar fest, dass das Feuer gelegt wurde, fanden aber den Täter nicht. Ein Ex-Freund des Opfers stand im Fokus der Ermittlungen, aber dem
Mann war nichts nachzuweisen. "Ein Zeuge sah ein Auto in Nähe des Tatorts, aber auch dieser Hinweis führte zu nichts", sagt ein Sprecher der Polizeidirektion Südwestsachsen. Für besondere
Schutzmaßnahmen reiche das, was vorgefallen ist, nicht aus.
Daniela Laukner erwartet täglich die Nachricht, dass die Ermittlungen eingestellt wurden. "Wenigstens bei der Freiwilligen Feuerwehr Bockau muss ich mich bedanken", meint die 35-Jährige. "Sie hat
den Brand rasch gelöscht." Dank schulde sie auch der Person, die das Feuer entdeckt und gemeldet hat. "Ich weiß bis heute nicht, wer das war", bedauert sie. Ein Mann aus der Nachbarschaft eilte
mit einem Feuerlöscher herbei und verhinderte, dass sich die Flammen ausbreiteten. Die Identität des Helfers will Daniela Laukner nicht preisgeben. Sie befürchtet, dass er ebenfalls ins Visier
des Brandstifters geraten könnte.
Quelle: Freie Presse, erschienen am 02.08.2011 (Von Mario Ulbrich)